Manipulation von Fraktalen durch logische Operationen in künstlichen neuronalen Netzen
Achtung: Die Videos enthalten teilweise irisierende Bildsequenzen, die
für photosensible Menschen ungeeignet sind und im Extremfall zu einem
epileptischen Anfall oder Augenmigräne führen können.
Jul. 2020 (letztes Update Jul. 2026)
Video
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Diese
Seite enthält die Darstellung von Fraktalen, bei denen die Pixel der
einzelnen Videobilder
durch eine logische Verknüpfung mit den Pixeln des Vorgängerbildes
gebildet werden. Hierdurch entsteht für jedes Pixel eine eigene
optische
Zeitreihe, die durch die logische Verknüpfung sowie durch den
jeweiligen
Bildausschnitt und die jeweilige Berechnung des Fraktals beeinflusst
wird. Damit ein Pixel durch die iterative logische Verknüpfung nicht in
einen unveränderlichen Extremwert (z.B. schwarz oder weiß) übergeht,
werden Extremwerte zyklisch auf einen Startwert zurückgesetzt, ähnlich
wie bei
einer Modulo-Operation
bei natürlichen Zahlen.
Die
gewählten optischen Iterationen
führen dazu, dass im Gesamtzusammenhang
der Pixel scheinbare Durchblicke oder scheinbare dreidimensionale
Formationen oder auch irisierende Flächen bzw. Punkte entstehen. Das
eigentliche Fraktal bleibt dann nur noch teilweise sichtbar.
Als
logische Operatoren wurden bei den einzelnen Videos jeweils folgende
Boolsche
Funktionen bei der Iteration der Pixel verwendet:
fBOOL: AND / XOR / OR NOT / MAX / OR / AND NOT
Die folgende Grafik zeigt beispielhaft den hier gewählten zugehörigen Schaltkreis mit Rückkopplung jeweils für 1 Bit (P) eines Pixels für die Operation AND NOT. Die Farbe eines jeden Pixels setzt sich entsprechend dem hier verwendeten RGB-Farbmodell aus insgesamt 24 Bit zusammen (je 8 Bit P für rot, grün und blau), die alle den jeweiligen Schaltkreis parallel durchlaufen müssen:

Hierbei
wurden folgende Iterationen durchgeführt:
a) für die Berechnung der
Fraktale:
f
k+1 := f (o) fk
mit 50 Iterationen (k) bei jedem
Pixel pro Videobild; (o) entspricht einem Iterationsschritt
f: siehe oben jeweils in der Überschrift der einzelnen Videos;
c: zeitlich
variabel als c(t) mit einem Ablauf der Zeitachse t := t+1 pro
Videobild; c ist hierbei eine vorgegebene Folge komplexer Zahlen,
durch die die sichtbaren Strukturen des Fraktals f dynamisch verändert
werden können.
Der berechnete fraktale Wert fk
wird dann mit einem eigenen Farbmodell mit einer Farbtiefe von maximal
nur 780 Farbstufen auf das RGB-Farbmodell umgesetzt.
b) anschließend für die
weitere iterative Farbbearbeitung der Pixelfarben
RGB:
RGBi+1 :=
fBOOL
( RGBi , RGB(fk+1)
)
mit einem Ablauf (i) von 25 Bildern pro Sekunde bei jedem Pixel. RGB(fk) stellt dabei den Wert der Farbe dar, der dem ursprünglichen Farbwert des originalen Fraktals nach der abschließenden k-ten Iteration entspricht;
Der Ablauf der Zeitachse t ist harmonisiert mit der Iteration i im Schaltkreis, d.h. t == i und entspricht einem Clockpulse.
Dabei wurden die Boolschen Funktionen einzeln für alle 24 Bit Pn (n:=1,..24) eines jeden Pixels wiederholt angewandt und mit dem jeweils aktuellen Bit Pni des RGB-Farbwertes (RGBi) des Fraktals verknüpft. Anschließend wurden die neu ermittelten Bits (Qni+1) als neuer RGB-Farbwert RGBi+1 auf dem Bildschirm dargestellt.
Da einige
Boolsche Operationen beim Iterationsprozess bei weiß (alle 24 Bit Qn
== "1")
oder schwarz (alle 24 Bit Qn == "0") enden, wurde bei
derartigen
Ereignissen jeweils ein SET oder RESET des Schaltkreises (hier im
Beispiel mit
einem logischen NAND)
für alle 24
Bit durchgeführt. Der Schaltkreis für ein vollständiges Pixel bei
der AND NOT-Funktion besitzt daher folgenden Aufbau:
Bei einer
Bildschirmauflösung von 500x500 Pixel werden somit 250 000
Schaltkreise dieser Art 25x pro Sekunde für jedes einzeln errechnete
fraktale Bild emuliert, wobei pro Sekunde jeweils eine Abfolge von 25
neuen fraktalen
Bildern mit je 50 Iterationen vorher als Eingangsgröße für die
Schaltkreise berechnet wurde. Der nach 50
Iterationen für jede Pixelposition original errechnete fraktale Wert
wird in einen RGB-Wert umgerechnet, der dann anschließend vom
Schaltkreis
weiterverarbeitet wird, bevor schließlich die Ausgabe auf dem Display
erfolgt.
Die Schaltkreise entsprechen einem
künstlichen neuronalen Netz, das einschichtig aufgebaut ist und eine
rekurrente
Form mit einer direkten Rückkopplung besitzt.
Durch
Veränderung des Koordinatenfensters (Vergrößerungen und
Verkleinerungen), bei der Navigation im Fraktal sowie Änderungen des
Terms c in den fraktalen Funktionen können während der
Videoberechnung mit dem Schaltkreis inkl. der automatisierten
Entfernung extremer Pixelwerte (SET und RESET) Sprünge oder
Bewegungen von
Teilbildern und auch scheinbare dreidimensionale Bewegungen oder
scheinbare Transparenz von Teilbildern im Ablauf
des Videos sichtbar werden, woraus sich die künstlerische Darstellung
dieser Art von Berechnungen ergibt. Einige der Boolschen Operationen (z.B. XOR)
führen zu eher unangenehm wirkenden, irisierenden optischen Eindrücken.
Der Vollständigkeit halber werden aber einige Videos hier dennoch präsentiert.
Eine Gegenüberstellung zwischen einer
herkömmlichen Darstellung und der durch den Schaltkreis
verfremdeten Darstellung zeigt das folgende Video beispielhaft. Farben
erscheinen invers (Negation der Eingangsfarben im Schaltkreis) und
Hintergrundfarben bleiben durch die iterative Rückkopplung teilweise
erhalten, wodurch neue Hintergrundstrukturen sichtbar werden können:
Linkes Bild Ausgabe über Schaltkreis; rechtes Bild original Darstellung:
Experimente mit Netz II durch Verwendung anderer Boolescher Funktionen für andersartige Verbindungen von Neuronen wurden bisher noch nicht gemacht.
Corona Mutante
:
(z5+c)/z3
Verknüpfung der Pixel durch logisches NOT AND
(0:53 min)
Die Außenansicht stellt symbolisch das Corona-Virus dar. Nach starken Vergrößerungen der Innenansichten erfolgt dann eine Rückkehr zur Außenansicht. Dabei produziert das künstliche neuronale Netz unerwartet aggressiv erscheinende gelbe, spitze, schnell wachsende Auswüchse, wobei das neuronale Netz versucht, die gesamte Videofläche einzunehmen. Nur durch schnellen Rückzug aus dem Innern durch Handsteuerung wird das neuronale Netz an einer Dominanz der gelben Flächen gehindert. Bei späteren Versuchen ist es nicht mehr gelungen, genau diese Konstellation mit dem Ausbruch durch das neuronale Netz zu wiederholen. Der Ausbruch symbolisiert den zeitlichen Ablauf der Pandemie.
Swirl
: z2-cz
Verknüpfung der Pixel durch logisches AND
(0:55 min)
Die anfängliche Eingangsfigur wird über Handsteuerung durch unterschiedliche Vergrößerungen und Translationsanweisungen in Bewegungen und Rotationen versetzt. Das neuronale Netz verändert dabei die Aufsicht in dreidimensional wirkende Durchblicke, die nicht mehr mit Handsteuerung kontrolliert werden können. Ganz zum Schluss gibt das neuronale Netz das Endergebnis seiner Betrachtung aus.
Coloured Roses
:
(z3+c)/z
Verknüpfung der Pixel durch logisches AND
(1:11 min)
Die Eingangsfigur wird über Handsteuerung durch unterschiedliche Vergrößerungen und Translationsanweisungen in Bewegungen und Rotationen versetzt. Das neuronale Netz bringt dabei das Eingangsbild sofort zum Zusammenbruch und überlagert dabei alle Veränderungen, die durch Vorgaben mittels Handsteuerung ausgelöst werden. Bei der Videoaufnahme besteht keine Kontrolle mehr, wie das neuronale Netz dreidimensional wirkende Durchblicke überlagert. Am Ende der Videosequenz löst das neuronale Netz nahezu alle Strukturen wieder auf, wobei noch ein paar Störimpulse übrigbleiben.
Chaos of Structures
:
z2-cz
Verknüpfung der Pixel durch logisches XOR
ACHTUNG: stark irisierend
(0:41 min)
Die Handsteuerung hat nahezu keine Einflussmöglichkeiten auf die Aktivitäten des neuronalen Netzes, das hier zu chaotischen Überlagerungen von Einzelbildern führt, die zudem stark irisierende Wirkungen erzeugen. Im Laufe des Videos führen die Strukturen immer mehr ins Chaos, wobei Steuerungen per Hand keine Möglichkeit besitzen, wieder einen stabilen Zustand herzustellen. Die Betrachtung des Videos ist nicht angenehm.
On the Fly
:
(z3-z)/(c*z2+1)
Verknüpfung der Pixel durch logisches XOR
ACHTUNG: stark irisierend
(0:37 min)
Auch bei diesem Video verliert die Handsteuerung die Kontrolle über das Geschehen. Die Aktivitäten des neuronalen Netzes führen, auch hier zu stark irisierenden Wirkungen, wobei die Strukturen immer mehr ins Chaos abgleiten. Nur kurz gelingt es per Handsteuerung, die Strukturen zu verändern, bis das neuronale Netz diese Strukturen erneut auflöst. Die Betrachtung des Videos ist nicht angenehm.
Clock Hand
:
(z3+c)/z
Verknüpfung der Pixel durch Auswahl von MAX
(1:01 min)
Nach dem Start des Videos wird vom neuronalen Netz das Eingangsbild durch eine Vielzahl von kreisförmigen Gebilden, die wie Uhren erscheinen, überlagert. Durch Vergrößerungen und Verkleinerungen sowie Translationsbewegungen ausgelöst durch Handsteuerung entstehen viele dynamische Bewegungen durch das neuronale Netz mit zunehmend chaotischen Strukturen. Per Handsteuerung gelingt es aber, Überlagerungen herbeizuführen, bei denen das Chaos vermehrt durch flächige Strukturen übelagert wird.
Trinity in Red, Light, and Blue
:
(z3+c)/z
Verknüpfung der Pixel durch logisches AND
(1:30 min)
In dem Video werden bläuliche Flächen und rötliche "Kugeln" ausgehend von Vergrößerungen und Verkleinerungen sowie Translationsbewegungen mittels Handsteuerung vom neuronalen Netz durcheinander gewirbelt und überlagert, wodurch vielfach dreidimensionale Eindrücke entstehen. In der Schlusseqeuenz des Videos kommt es zu extrem schnellen Bildüberlagerungen durch eine Eigenschaft des Fraktals, bei der minimale Veränderungen zu massiv unterschiedlichen Ausprägungen des Erscheinungsbildes führen, auf die weder Handsteuerung noch das neuronale Netz sinnvoll steuernd eingreifen können. Aber auch bei den schnellen Bildfolgen oder abrupt erscheinenden Übergängen besteht zwischen allen Bildern ein direkter grafischer Zusammenhang, auch wenn das bisweilen nur schwer zu erkennen ist.
Insight Inhibited
:
(z3+c)/z
Verknüpfung der Pixel durch logisches OR NOT
ACHTUNG: stark irisierend
(0:56 min)
Auch bei diesem Video werden vom neuronalen Netz irisierende Formen erzeugt, aber hier bleiben Strukturen weitgehend erhalten. Der Handsteuerung gelingt es aber nicht, wieder zu der Situation beim Start der Videoaufnahme zuückzukehren, da durch die Überlagerungen des neuronalen Netzes nun neue, durch Handsteuerung nicht mehr sinnvoll beeinflussbare Strukturen entstanden sind.
Yellow Rain
:
(z3+c)/z
Verknüpfung der Pixel durch logisches OR
(0:38 min)
Bei diesem Video werden zunächst wieder Gebilde, die wie Uhren aussehen, vom neuronalen Netz projiziert. Aber hier führt die Handsteuerung während der Videoaufnahme dazu, dass in der Schlussphase das neuronale Netz nahezu das gesamte Bild mit einem Gelbton abdeckt.
Red Christmas Bells
:
(z3+c)/z
Verknüpfung der Pixel durch logisches AND
(1:42 min)
Kugelförmige Gebilde werden über Handsteuerung mittels Einwirkungen auf Veränderungen des Koordinatensystems und von Positionsänderungen vom neuronalen Netz durch einen bisweilen dreidimensional wirkenden Raum geschleudert. Durch manuelle Variation des Parameters "c" als zeitliche Funktion werden von der fraktalen Funktion sehr schnelle Bildfolgen mit massiven Änderungen der Erscheinungsform des Fraktals erzeugt, bei denen es mit Handsteuerung am Ende nur mit Mühe gelingt, eine Position zu finden, die sich nur wenig bewegt. Nach Erreichen dieser Position wird die Videoaufnahme manuell gestoppt, um nicht das weitgehend einfarbige Schlussbild durch weitere nicht vorhersagbare Auswirkungen des neuronalen Netzes zu zerstören. Die einzelnen, manchmal sprunghaften Übergänge in der Videosequenz bauen aufeinander auf, auch wenn die Übergänge nicht immer zusammenhängend erscheinen.
Red Spheres
:
(z3+c)/z
Verknüpfung der Pixel durch logisches AND
(0:53 min)
Ähnlich wie im Video "Red Christmas Bells" werden kugelförmige Gebilde durch den Raum geschoben. Hier zeigt sich, wie durch unterschiedliche Parametrierung und andere Vorgaben über Handsteuerung während der Videoaufnahme andere Bildfolgen generiert werden, obwohl hier dieselbe fraktale Funktion zu Grunde liegt.
Wirbel
:
(z3-z)/(c*z2+1)
Verknüpfung der Pixel durch logisches AND
(1:33 min)
In diesem Video bleibt die veränderliche, blaue Grundstruktur des Fraktals meistens sichtbar. Diese Struktur wird vom neuronalen Netz in chaotischen Wirbelformationen eingebettet. Nach einer Reise durch mehrere Wirbel geht das eigenliche Fraktal verloren und musste per Handsteuerung während der Vidoeaufnahme erneut gesucht werden. Durch manuelle Steuerung veränderte sich dabei auch die Grundstruktur des Fraktals durch angelagerte Substrukturen und Krümmungen. Am Schluss löst das neuronale Netz die Grundstruktur auf. Abschließend werden per Handsteuerung die Parameter der fraktalen Funktion erneut modifiziert, wobei die Kameraführung in einen Wirbel eintaucht und dort zu einem Ende kommt.